Walter Bockmayers Geierwally

Die Alpen rosarot (Komödie).

Ein Erholungsort voller Liebe, Freundschaft, Angehörige und unveränderliche Traditionen – viele mögen’s, aber so manchem wird dabei gammlig. Es lässt sich fetzen, ob zu Recht, weil Geschmacksrichtung dann doch immer selbst zu treffen ist, aber Heimatfilme sind nicht oft künstlerisch-komplexe Auseinandersetzungen über die Tatsächlichkeit und schon überhaupt keine cineastischen Glanzstücke. Obgleich es verschiedene Geschichten gibt, die bei alpinen Landesteil für Empörung bewirken könnten, für ein Hervorbrechen aus den sicheren Fühlen, die die Ochsenkarren im Schlamm hinterließen. Wie zum Beispiel “Die Geierwally”, ein 1875 erschienener Roman von Wilhelmine von Hillern.

Dabei geht es um eine Frau, die ausbricht aus ihrem Rollengefängnis, sie ist auf manche Weise eine frühe Alpen-Emanze. Das stellt einen genialer Stoff, um mit all den vom Heimatfilm propagierten und vom geistig-wiederkäuenden Publikum gern goutierten Vorurteile aufzuräumen. “Walter Bockmayers Geierwally”, eine 1988 entstandene und jetzt auf DVD erhältliche Groteske, hetzt mit hemmungsloser Geschmacksverirrung und purem, zuweilen garstigem Spott durch all diese Klischees.

Samy Orfgen als Titelheldin, Ralph Morgenstern als transsexuelle Tante und Filmemacher Bockmayer als Christel von der Post – die Künstler haben klar Freude an beiden Albernheiten und ungezügeltem Geschmackloser Gegenstand. Der Kern der Story ist mühelos: Wally soll den bösen Erbschleicher Vinzenz bund der Ehe eingehen, weil ihr Vater es so will. Doch das dralle Tante kämpft sogar mit Geiern, anstelle hat auch einen eigen Bestreben. Sie weigert sich und macht statt dessen dem feschen Bärentöter Jospeh den Hof. Der kriegt davon, ganz Mann, dennoch null mit. Und da sich zuallererst alles Dorf über Wally spaßig macht und es außerdem zu beziehungstechnischen Missverständnissen kommt, fasst Wally einen disziplinierte Beschluss: Wenn sie den Joseph nicht erhalten kann, dann soll ihn niemand haben.

In Tönung und Schattierung, mit falschem Falsett (es wird viel gesungen!) und erbarmungslos überschminkt gewähren Bockmayer und Co. alle Beklemmungen verenden und verkaspern den Heimatfilm entschieden. Bemitleidenswert nur, dass im Extrateil der DVD kaum Sonderausstattung zu finden sind. Als Bonus existiert nur Textbiografien von Bockmayer und “Blond am Freitag”-Moderator Ralph Kalter Himmelskörper sowie eine Schau. Auch die handwerkliche Seite bietet manche Schwachstellen. Die Photos sind von der Farbe her oft karikaturistisch und jedoch verschwommen, der Sound nutzt oft nur die Hochfrequenzbereiche der Frontboxen.

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